„Ganz normale Familie“

Die Fünflinge aus Rhynern besuchen jetzt den Kindergarten. Die Eltern wünschen sich einen Urlaub am Meer mit Kinderbetreuung.

Hamm • RHYNERN • Zehn kleine Kinderärmchen greifen in die Kiste mit den Kuscheltieren. Tabea, Kilian, Joshua, Finja und Elias sind drei Jahre alt. Sie dürfen mitnehmen, was ihnen gefällt. Die Fünflinge der Familie Görsch waren nämlich gestern mit ihren Eltern im Verschenkeladen Humanitas an der Widumstraße zu Besuch.

Zwei Kisten Kleidung standen zum Mitnehmen schon bereit. Die Größen hatte Familie Görsch den Mitarbeitern vorher bereits mitgeteilt. Spiele, Kinderbücher und Kuscheltiere durften sich die fünf Dreijährigen dann selbst aussuchen.

Humanitas-Mitarbeiterin Gudrun Kieserling war durch die Berichterstattung unserer Zeitung auf die Großfamilie aufmerksam geworden und hatte sie kurzerhand in den Laden eingeladen. „Wenn die Kinder gerade geboren sind, bekommt man viel Hilfe, sobald sie aber älter sind, läßt die Unterstützung nach“, weiß Kieserling. Deshalb habe sie bei Görsch angerufen und sie eingeladen.

Brauchen für alles ein bisschen länger

„Eigentlich sind wir eine ganz normale Familie. Wir brauchen nur für alles ein bißchen länger“, sagt Andrea Görsch. Um 6.30 Uhr stehen die Dreijährigen auf. Dann wird gefrühstückt. Seit dem 1. August gehen die Fünf in den katholischen St.-Regina-Kindergarten. „Es war das erste Mal, dass unsre Kinder getrennt wurden“, berichtet Papa Rainer. Die Geschwister sind in zwei unterschiedlichen Gruppen und besuchen sich gerne gegenseitig. Kilian, der sich einen weißen Hasen ausgesucht hat, erzählt, daß es ihm im Kindergarten gut gefällt.

„Die Erzieherinnen im Kindergarten sind sehr hilfsbereit. Sie helfen beim Anziehen, wenn ich die Kinder um 12 Uhr abhole“, erzählt Andrea Görsch. Zu Hause angekommen wird gegessen und ein Mittagsschlaf gemacht.
„Tabea ist mit dieser Mittagspause nicht immer einverstanden“, erzählt der stolze Papa. Der 36-jährige Bäcker kann sich ab dem Nachmittag mit um die Kinder kümmern. Gut ausgeschlafen geht es bei gutem Wetter in den Garten. Bei schlechtem Wetter spielen die Kinder im Haus.

Das Ehepaar Görsch hat einen Wunsch: „Ein Urlaub am Meer mit Kinderbetreuung wäre schön“, sagt die fünffache Mutter. Seitdem die Kleinen im Kindergarten sind, hat die Familie keine Kinderfrau mehr. „Seitdem muß meine Frau sich auch noch um den Haushalt kümmern“, sagt Rainer Görsch. Eine Arbeitserleichterung ist der morgentliche Aufenthalt im Kindergarten also nicht. Der schönste Augenblick mit den Kindern sei die Geburt gewesen, sind sich die Eltern einig - der Augenblick als der Arzt gesagt habe, daß Tabea, Kilian, Joshua, Finja und Elias gesund seien. • wes

Spielzeug war bei den Fünflingen derart gefragt, daß sie in die Kiste krochen. • Foto: Wiemer

Quelle: Westfälischer Anzeiger Hamm - 21. August 2007 • Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.