Warmes für den Winter

Der Verschenkeladen „Humanitas“ sucht Mützen, Schals und Socken 83 Ehrenamtliche betreuen die Waren und den Laden an der Widumstraße.

HAMM-MITTE • Das Regal mit Handschuhen, Schals und Mützen im Verschenkeladen Humanitas in der Widumstraße ist leergefegt. „Der Bedarf an diesen Artikeln ist bedingt, durch das kalte Wetter natürlich relativ hoch“, sagt Werner Kaßen, Vorsitzender des Humanitas-Vereins. Und Geschäftsleiterin Petra Adler-Jungeilges fügt hinzu: „Wenn wir etwas Neues bekommen, reißen uns die Leute die Sachen oftmals direkt aus den Händen.“

Rund 2700 registrierte Kunden, die in regelmäßigen Abständen den Laden besuchen, führt die 53-Jährige in ihrer Kartei. Darunter vor allem Alleinerziehende, Sozialhilfe- und Harz-IV-Empfänger sowie Menschen mit niedrigem Einkommen. „Teilweise stehen die Kunden schon eine Stunde in eisiger Kälte vor der Ladentür und warten morgens und nachmittags darauf, dass wir öffnen“, berichtet Adler-Jungeilges.

Während die Kleiderstangen mit Jacken und Wintermänteln in dem Verschenkeladen gut gefüllt sind, fehlen warme Herrenschuhe ab Größe 45, Schneeanzüge für Kinder und Schlitten. Auch Wolldecken seien in diesen kalten Tagen sehr begehrt. „Warme Socken können wir ebenfalls noch gebrauchen“, sagt die Geschäftsleiterin. Die sollten natürlich noch gut erhalten sein und keine Löcher haben. „Im vergangenen Jahr war besonders auffällig, dass einige Bürger Waren abgegeben haben, die wir nicht weiter verwenden konnten, wie beispielsweise defekte Elektrogeräte und stark verschmutzte oder beschädigte Bekleidung“, so die Geschäftsführerin.

83 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich im Verschenkeladen – jeweils drei Stunden in der Woche – um die Waren. Die neun Teams sortieren die Sachen, putzen den Laden und bestücken die Regale jeweils vor der Ladenöffnung mit Kleidung, Porzellan, Büchern und vielem mehr oder helfen im Kassenbereich aus. „Manchmal hören sie unseren Kunden auch einfach nur zu, wenn diese ihre Probleme loswerden wollen“, so Kaßen.

Wie viele Teile im vergangenen Jahr bei Humanitas den Besitzer wechselten, weiß Adler-Jungeilges nicht. „Die Kunden haben die Sachen körbeweise hier raus getragen. Bei dem Betrieb können wir darüber nicht Buch führen“, so Adler-Jungeilges. Besonders stolz ist dass es Humanitas gelungen sei, den Bekanntheitsgrad durch die Spendenaktionen zu steigern. Denn alles, was abzüglich der Miet- und Stromkosten übrig bleibt, wird an Bedürftige gespendet. „Seit der Gründung des Ladens im November 2003 hat der Verein über 20.000 Euro gespendet“, sagt Kaßen. • wes

Winterliches bietet der Verschenkeladen "Humanitas" an. Geschäftsleiterin Petra Adler-Jungeilges (rechts) holt ein Paar Ski aus dem Schaufenster. • Foto: Szkudlarek

Quelle: Westfälischer Anzeiger Hamm - 06. Januar 2011 • Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.