„Wirklich großartige Arbeit“

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann besuchte erstmals den Verschenkeladen Kaufhof-Chef Wolfgang Langer gehört zu den größten Lieferanten von Humanitas.

Hamm • Wenn am Montagmorgen um 10 Uhr der Verschenkeladen „Humanitas“ seine Pforten öffnet, dann staut sich die Schlange der Bedürftigen weit auf der Widumstraße. Das erlebte gestern zum ersten Mal Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, der zusammen mit Kaufhof-Chef Wolfgang Langer dem Laden einen Besuch abstattete. Langer ist seit vielen Jahren einer, der treueste Lieferanten für die gemeinnützige Einrichtung, in der Bedürftige sich mit Kleidung und Haushaltsartikeln gegen einen kleinen Obolus versorgen können. „Wir haben sehr viel Ware, die wir in unserer Geschäft nicht mehr verkaufen können.“, berichtet Langer. Manchmal fehle ein Knopf, ein Reißverschluss schließe nicht, oder am Spielzeug seine eine Batteriebox defekt. „Normalerweise könnten wir die neu- und hochwertige Ware zurückgeben oder anderswo verkaufen. Aber ich habe mich seit Bestehen des Verschenkeladens dafür entschieden, die Sachen hier für Bedürftig abzugeben.“

Werner Kaßen, der vor Jahren die Idee des Verschenkeladens hatte, weiß das sehr wohl zu schätzen. „Ohne den Kaufhof, hätten wir sehr viel weniger Ware im Angebot“, ist er begeistert über das Engagements Langers.

Für den OB war es ein beeindruckender Besuch. „Ich finde es großartig, dass man hier Sachen, die man nicht braucht, abgeben kann, die dann bei denen ankommen, die sie brauchen.“ Sehr angetan war Hunsteger-Petermann auch davon, dass im Verschenkeladen 83 Ehrenamtliche in verschiedenen Schichten arbeiten. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Für sich selbst hat der OB aus dem Besuch eine Konsequenz gezogen: „Wann immer ich in Zukunft Dinge habe, die ich weggeben will, die bekommt Humanitas für die wirklich großartige Arbeit.“

Beim Rundgang berichtete Kaßen, dass neben dem Kaufhof, WMF und Turflon, die vor allem Töpfe liefern, zu den größeren Lieferanten zählen würden. „Aber unser Konzept hat sich inzwischen auch in Hamm herumgesprochen. Es kommen immer mehr Privatleute, die uns mit den verschiedensten Sachen versorgen.“

Und wenn wirklich irgendwo mal ein kleiner Defekt – zum Beispiel an einem Elektrogerät – sein sollte, dann gebe es jede Menge hauseigene Tüftler, die das in Sekundenschnelle wieder herrichten würden. „Wir können in unserer Werkstatt sehr viele Sachen ausbessern, so dass sie wie neu auf die Ladentheke kommen.“

Das Konzept ist aufgegangen

Gefragt ist in diesen Tagen vor allem warme Winterkleidung. „Da geht uns auch schon mal das eine oder andere aus. Aber wir bemühen uns, unsere Kunden bestens zu versorgen“, verspricht Kaßen.

Einkaufen darf im Verschenkeladen übrigens nur jemand, der einen Berechtigungsschein hat. „Wir erwarten allerdings einen kleinen Beitrag, normalerweise zwei Euro. Aber wenn jemand etwas aus unserer Vitrine haben möchte - dort stehen die höher wertigen Sachen, wie gutes Kaffeegeschirr oder wertvolle Gläser – dann darf oder sollte es auch schon mal ein Zehner sein“, gibt Kaßen vor.

Gut sortiert ist auch die Buchabteilung. „Auch dafür gibt es Interessenten. Und unsere Elektrosachen sind immer sofort weg“, erzählt Kaßen, als er vom OB auf die leeren Regale angesprochen wird. Das Konzept, das er vor Jahren in anderen Städten entdeckt hatte, ist auch in Hamm voll aufgegangen. Auch Dank der großzügigen Spenden aus der Bevölkerung und der niedrigen Mietkosten, die für das Ladenlokal an der Widumstraße erhoben werden. „Sonst wäre das auch nicht möglich“, ist Kaßen überzeugt. • ms

Im Verschenkeladen ist zurzeit Winterkleidung sehr gefragt. Davon überzeugten sich Kaufhof-Chef Wolfgang Langer (links) und Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, zusammen mit drei ehrenamtlichen Helferinnen von Humanitas. • Foto: Wiemer

Quelle: Westfälischer Anzeiger Hamm - 25. Januar 2011 • Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.