Freude über Spendensegen

Humanitas vergibt 13 550 Euro an 19 Organisationen und Einrichtungen in Hamm

Humanitas vergibt 13 550 Euro an 19 Organisationen und Einrichtungen in HammInsgesamt 13 550 Euro überreichte Humanitas-Vorsitzender Werner Kaßen in Bischofsrobe an 19 Hammer Organisationen und Einrichtungen. • Foto: Rother

Von Frank Osiewacz

HAMM-MITTE • Es war eine besondere Gabe, mit der der Nikolaus den Gästen im Verschenkekaufhaus Humanitas gestern eine Freude machte: Insgesamt 13 550 Euro überreichte Humanitas-Vorsitzender Werner Kaßen im Kostüm des Bischofs von Myra als Spende an 19 Organisationen und Einrichtungen in Hamm. Insgesamt hat der Verein Hammer Institutionen bisher mit rund 60.000 Euro unterstützt.

Wie gut das Geld angelegt ist, machten Vertreter einzelner Organisationen am Rande der Spendenübergabe deutlich. Doris Dürr von Katusblüte e.V., dem Verein gegen sexuellen Missbrauch, machte deutlich, wie eng der Finanzielle Spielraum der Einrichtung ist. Neben einer halben Stelle in der Leitung laufe alle weitere Beratung ehrenamtlich. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen, denn alle zusätzlichen Ausgaben müssen darüber Finanziert werden“, sagt Dürr. Dazu gehörten beispielsweise einfache Dinge wie der Druck von Info-Flyern oder auch die Anschaffung von technischem Gerät. „Gerade die Online-Beratung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung“, sagt Dürr. „Es ist wichtig, technisch auf dem aktuellen Stand zu sein. Dabei helfen Spenden wie diese.“

Auch für Daniel Badziong, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bahnhofsmission, sind knappe Kassen ein bekanntes Thema, das sich auch personell auswirke. „Bisher konnten wir Ehrenamtlichen keine Aufwandsentschädigung für ihre Anfahrtskosten zahlen“, sagt er. „Das hält‚viele davon ab, sich überhaupt zu engagieren.“ Gerne hätte man mehr Personal, um den Aufgaben gerecht zu werden. Aktuell sei mit einer 450-Euro-Kraft und einem Minimum an Ehrenamtlichen nur ein Dienst wochentags zwischen 9 und 14 Uhr möglich. Der Bedarf sei weit größer, nicht nur für Reisende, sondern auch für Obdachlose. Sie erhalten hier kostenlos einen Kaffee oder können Wäsche waschen. „Auch diese Leistungen kosten am Ende Geld“, sagt Badziong. Ilham Bhihi, Mitarbeiterin der Diakonischen Stiftung Wittekindshof im Café Mittendrin an der Ritterstraße, freut sich über die Spende, weil sich dadurch Anschaffungsmöglichkeiten ergeben, die über die Kostenträger nicht abgedeckt sind. Im Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung gibt es Freizeitangebote und den klassischen Café-Betrieb mit Kaffee, Kuchen und inzwischen auch Mittagessen. „Dafür benötigen wir Inventar“, sagt Bhihi. „Ein Budget dafür ist normalerweise aber nicht vorhanden.“

Als eine Säule für den Erfolg von Humanitas nannte Werner Kaßen in seiner Ansprache die Menschen in Hamm: „Wenn wir die Bevölkerung und die hohe Spendenbereitschaft nicht hätten, könnten wir dies nicht leisten." Die zweite Säule seien die eigenen inzwischen über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Sie sind mit Herz, Hand und Geist dabei“, sagte Kassen. Eine von ihnen ist Monika Dahmen, die sich fast von der ersten Stunde an, seit Januar 2004, bei Humanitas engagiert. Die Gemeinschaft sei gut, die Strukturen professionell. Schon vorher habe sie ehrenamtlich gearbeitet. Es sei nicht nur schön, anderen Menschen zu helfen, auch ihr selbst tue die Arbeit gut. „Der Bedarf für eine Einrichtung wie Humanitas ist hoch“, sagt Dahmen. „Die Kunden sind dankbar für die Hilfe, die sie hier erhalten.“

Quelle: Stadtanzeiger Hamm - 02. December 2016 • Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.