Überwältigende Bilanz

Verschenkeladen Humanitas geht ins 3. Jahr

Hamm (mo). Das Gute am „Humanitas“-Verschenkeladen? Hier muss das Weihnachtsfest nicht dazu herhalten, um mit „Guten Taten“ hausieren zu gehen. 50 bis 60 Ehrenamtliche arbeiten fünf Tage in der Woche, 52 Wochen im Jahr: Dafür, dass sich Menschen mit wenig Geld „etwas leisten“ können. Etwas, das sie dringend brauchen wie der Tippelbruder den Schlafsack - oder etwas, worüber sie sich einfach nur freuen. Wie die alte Dame, die trotz minimaler Rente ein Kaffee-Service mit echtem Goldrand nach Hause trägt. Dinge wie diese ereignen sich täglich an der Widumstraße 16-18.

Das Geschäft brodelt. In den vergangenen Monaten hat der Humanitas-Verein seine Verschenkefläche von 300 auf 360 Quadratmeter expandiert. Wenn das Geschäft morgens um 10 Uhr öffnet, stehen die ersten Kunden meist schon vor der Tür. „Wir sind überwältigt von der Spendenfreudigkeit der Hammer Bevölkerung und bedanken uns herzlich!“, heißt es aus der „Vorstandsetage“.

Von großzügigen Sach- und manchmal auch Geldspenden hat der Verein noch zusätzlich zahlreiche Projekte unterstützen können. Nutznießer sind Kindergärten und Schulen in Hamm, eine Missionsstation in Südafrika, die Malteser und das DRK. Für die Bausteine der Pauluskirche sammelte Humanitas 250 Euro in einer Weihnachtsmarkt-Aktion, in der sie gegen kleine Spenden ihre überquellenden Baumdekorationen zu Markte trugen. Und vor ein paar Tagen erst meldete sich Schwester Adela von den Franziskanerinnen aus Salzkotten mit der Nachricht zu Wort, die 30 Kinderwagen aus Hamm seien gerade glücklich bei bedürftigen Familien in Rumänien eingetroffen (Wir berichteten).

Damit die Sammel- und Verschenke-Leidenschaft auch im neuen Jahr immer weitere Kreise zieht, hat „Humanitas“ ins eigene System investiert. „Wir haben unseren Betrieb auf Kundenkarteien umgestellt, um eine möglichst gerechte Verteilung aller Spenden zu gewährleisten“, ergänzt Clemens Herzer die Bilanz.

Besonders zufrieden sind alle über ihre erste Vollzeitkraft, die sie als AB-Maßnahme für ein Jahr angestellt haben: I. M. ist ab sofort Hausmeister des ausufernden Tauschbetriebs. Zwecks Einlagerung von noch mehr verwertbarer Verschenkeware wird er sich zu Haushaltsauflösungen aufmachen - Anruf genügt. Schon seit Beginn des Humanitas-Betriebs vor zwei Jahren ist der arbeitslose Akademiker mit von der ehrenamtlichen Arbeiter-Truppe - jetzt freut er sich auf seine neue Aufgabe.

Im Vereinsregister wird der Humanitas-Laden übrigens keineswegs als soziale Einrichtung gefühn. Herzer lacht: „Wir gelten als moderner Recycling-Betrieb. Wegen sinnvoller Abfall-Vermeidung wurde uns die Gemeinnützigkeit zuerkannt.“

Überwältigende Bilanz Geschäftsjahres-Abschluss im Verschenkeladen an der Widumstraße. Von links: Kundin Elisabeth Faber, I. M., erster AB-Angestellter bei „Humanitas“, Robin Schulze-Velmede, Claudia Harkenbusch, Mitarbeiterin, Natascha Scholden, Kundin und Clemens Herzer, Geschäftsführer. • Foto: Helling

Quelle: Stadt Anzeiger Hamm - 25. Dezember 2005 • Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.